26. August

Heute war ich mutig. Da sich unser für heute geplante Boottrip auf morgen verschoben hat, habe ich mir kurzentschlossen einen Tag frei genommen und bin nach Port Louis gefahren. Und das war eine echte Herausforderung für mich, wo ich doch Menschenmassen so gar nicht mag.

Nach Port Louis kommt man mit dem eigenen Auto, mit dem Taxi, oder mit dem Bus. Ich habe die letzte Variante gewählt, da diese ausgesprochen billig ist, so habe ich für die Strecke La Preneuse – Port Louis in eine Richtung umgerechnet 60 Cent bezahlt. Außerdem fährt der Bus ohne Umsteigen stündlich, ist also auch sehr einfach. Da ich noch mal zum Geldautomaten musste war ich schon deutlich eher an der Bushaltestelle und als dann 5 Minuten nach halb ein Bus kam – obwohl der Direkt-Bus immer zur vollen Stunde fährt – und mit der Kassierer auf meine Frage „Port Louis?“ bejate, bin ich kurzerhand eingestiegen. Ich musste dann doch umsteigen, aber das verlief alles unkompliziert. Während der einstündigen Fahrt in dem sehr vollen Bus habe ich versucht Musik zu hören, aber entweder mein iPod ist zu leise, meine Kopfhörer sind kaputt oder der Bus einfach zu laut – viel gehört habe ich jedenfalls nicht, aber es hat gereicht.

In Port Louis bin ich dann am Süd-Busbahnhof (es gibt noch einen extra Bus-Bahnhof für die Busse, die nach Norden fahren) ausgestiegen und da dieser auch gleich am Markt-Bereich, der eigentlich mein Hauptgrund für die City-Tour war, war, habe ich mich sofort ins Getümmel gestürzt. Auf der Straße fanden sich viele Obst- und Gemüsestände und die Waren wurden lautstark angepriesen. In den Häusern rechts und links gab es immer wieder alle möglichen Sachen, von Klamotten über Lebensmittel, Sonnenbrillen, Taschen….ich hab mich dann mal mutig in einen dieser Seitenzweige reingewagt und befand mich nun im eigentlichen „Markt von Port Louis“. Hier gab es „Stände“ mit immer wieder den gleichen Sachen: Schmuck, Geschnitztes, Andenken, Klamotten. Solche Märkte kannte ich ja schon von China, nur hatte ich die irgendwie weniger eng in Erinnerung und die Verkäufer deutlich weniger aufdringlich, aber vielleicht lag das auch damals daran, dass ich in Einheimischer Begleitung war? Jedenfalls habe ich mir in dem Moment gewünscht, nicht das offensichtliche Etikett „Tourist“ auf der Stirn kleben zu haben.
Irgendwie habe ich aus dem Gewirr wieder herausgefunden und auf der anderen Seite befand sich dann der eigentliche Obst-und-Gemüsemarkt.
Ich bin dann weitergeschlendert und habe den eigentlichen Markt-Bereich verlassen. Es fanden sich aber auf der nächsten Straße immer wieder kleine Märkte versteckt in Häusern und schließlich auch noch mal ein größerer. Was mir hier deutlich besser gefallen hat: die Leute waren nicht ganz so aufdringlich und man hatte auch etwas mehr Platz und konnte somit besser in Ruhe sich die Sachen überhaupt anschauen.
Im Endeffekt habe ich mir eine Hose (wie ich sie schon die ganze Zeit hier in Mauritius gesucht habe, weil ich sie immer nur an Menschen aber nie in Geschäften gesehen habe, die mir aber so gut gefallen hat) und ein sehr preisgünstiges Tuch gekauft. Beeindruckt war ich auch von den Indischen Klamotten, habe mich aber nicht weiter getraut, da ich eh keine Gelegenheit hätte, so was zu tragen (und mir wahrscheinlich auch gar nicht hätte leisten können).
Insgesamt kann man sagen, dass die Innenstadt von Port Louis ein einziger Markt ist, mit eigentlichen Märkten und vielen Ständen, wo man echt alles mögliche bekommt, entlang der Straßen.
Es gibt in Port Louis bestimmt noch mehr zu sehen (z.B. das Post-Museum, das Naturkundemuseum mit einem Dodo-Skelett) aber darauf hatte ich dann nach dem vielen Rumlaufen keine Lust mehr, zumal ich wie gesagt Menschenmassen als unglaublich anstrengend empfinde. Also wollte ich mich auf den Rückweg nach La Preneuse machen, was noch mal eine Herausfoderung darstellte, denn der Bus fährt nicht dort ab, wo man ankommt. Das wusste ich zwar schon vorher, aber ich hatte mir nicht gemerkt, wo das genau war. Aber wozu hat man einen Mund und nach zwei Fragen wusste ich auch, wo ich hin musste. Der Bus kam zwar nicht gleich, aber man kann sich die Zeit ja mit Musik hören und Menschen beobachten vertreiben – und vor allem letztere gibt es hier ja viele. Die Rückfahrt selber verlief dann, als der Bus endlich kam, unspektakulär.

Was mir in Port Louis noch aufgefallen ist, dass hier anscheinend den gesamten Tag Stau ist. So zumindest mein Eindruck. Und es sind wirklich zu jeder Zeit sehr viele Menschen unterwegs und somit war es sehr gut, dass ich mich dazu entschieden habe, nicht an einem Samstag zu fahren.

Da ich es als schwierig empfinde, Städte zu fotografieren und mich damit auch unglaublich schwer tue, gibt es heute leider nur wenige Fotos. Man möge mir das verzeihen.

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2 Kommentare

  1. Karsten.Kuegler said,

    August 26, 2010 um 11:23 pm

    Die Stadt sieht eigentlich recht modern aus….Was wird eiegntlich auf Mauritius fuer eine Sprache gesprochen?

  2. Anke said,

    August 30, 2010 um 3:24 pm

    Ja, eigentlich ist das hier schon alles ziemlich modern, und gleichzeitig überwiegen auch noch viele Traditionen. Und Stromausfall kann auch schonmal einen halben Tag dauern und wenn das Internet nicht geht, muss mann sich nicht wundern, wenn man mehrere Tage warten muss. 😉

    Gesprochen wird Hinduchinfrenglisch. Amstsprache ist Englisch, allgemeine Alltagssprache ist Französisch und Französisch-Kreol, wobei je nach Volksgruppe eben auch Hindu, Chinesisch, … gesprochen wird.


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