15. August

Eigentlich habe ich noch relativ viel für die Uni zu tun, aber Bev und Annie hatten einen Ausflug mit Imogen in einen Krokodil-Park und anschließend zu einer guten Schnorchel-Bucht organisiert, was natürlich sehr verlockend klang. Ich habe meine Entscheidung dann vom Wetter abhängig gemacht, weil ich gesagt habe, wenn es nicht super schönes Wetter ist, lohnt sich Schnorchelbucht ja nicht wirklich.

Ein Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen hat die Entscheidung ziemlich klar gemacht…

…also ging es um 9 los. Bis zum Krokodil-Park La Vanille“ mussten wir ein gutes Stück fahren und haben so wieder ein Stück „Insel“ und auch „Insel-Leben“ gesehen, was nach wie vor interessant ist. Im Krokodil-Park hatten wir Dank Imogens Kontakten freien Eintritt. Wir haben dann sogar auch gleich noch eine kleine Führung erwischt. Los ging es mit Schildkröten (die, die halb im Wasser, halb auf dem Land leben), weiter ging es durch grünen Dschungel mit Kois und kleinen Krokodilen und Amerikanischen Fröschen, die aussahen wie Gummi-Puppen, weil sie sich absolut nicht bewegt haben, nicht mal geatmet. Und dann kam das Schockerlebnis: da hing eine RIESIGE Spinne. Und zwar nicht etwa hinter Glas oder so, nein, direkt in der Natur, über unseren Köpfen. Und sie hatte viele Artgenossen im gesamten Park. Das war irgendwie gruselig und ich hab es noch nicht ganz verwunden und werde sicher Alpträume bekommen.
Weiter ging es mit Javaneraffen, einer Makakenart, die Berberaffen sehr ähnlich sieht…und an diesem Punkt hab ich vor lauter Fotografieren irgendwie meine Gruppe verloren. Ich bin dann durch den ganzen Park – der eigentlich nicht sooo groß ist – erst in die eine Richtung vorbei an den Rodriguez Fruitbats und den Riesenschildkröten, aber da waren sie nicht, dann zurück, da waren sie auch nicht, schließlich zum Insektarium und weiter zu den Nil-Krokodilen. Ich hatte mich mittlerweile damit abgefunden, dass ich nun meine private Führung hatte und mich wieder auf die Tiere und das Fotografieren konzentriert. Die Nil- Krokodile waren mindestens genauso reglos wie die Frösche, aber viel angsteinflößender mit ihrem starren Blick und den riesigen Zähnen.
Am Ende habe ich dann meine Leute doch wieder gefunden – bei den Riesenschildkröten. Diese Tierchen sind schon sehr lustig in ihrer ruhigen und gemächlichen Art und sie sind wirklich verdammt groß. Eine hat sich von Imogen kraulen lassen und wir hatten Angst, dass sie jeden Moment umfällt, da sie sich immer mehr zu einer Seite gelehnt hat und auch nur noch auf 3 Beinen stand.

Nach den Schildkröten beschlossen wir dann noch, unser Mittagessen im Park stattfinden zu lassen. An das Krokodilfleisch haben wir uns allerdings – vor allem aus Kostengründen – dann aber doch nicht ran getraut.

Nach einem kurzen Stop im Souvenir-Shop und bei den Zwergziegen ging es dann Richtung Blue Bay, welche in der Nähe von Mahebourg und somit des Flughafens liegt. Blue Bay ist nicht touristisch, obwohl es schon touristische Angebote gibt (z.B. ein bisschen Wassersport, Glasbodenboote, Ausfahrten zu der nahen kleinen Insel), aber insgesamt ist es sehr ruhig. Ich gebe aber zu, irgendwie hatte ich mir nach den ganzen Schwärmereien der anderen doch etwas mehr erwartet. Nichts destotrotz ist es eine kleine aber sehr hübsche Bucht und zum Schnorcheln wirklich gut geeignet. Und nach einer kurzen Auffwärmphase in der Sonne habe ich mich dann auch ins Wasser getraut, was wirklich sehr warm war. Es gab viele viele bunte Fische zu sehen und auch Korallen, doch leider hat auch hier die Korallenbleiche nicht halt gemacht, was sehr traurig ist, so dass man die Farbenpracht nur erahnen und sich vor allem an den bizarren Formen erfreuen konnte.

Als ich dann wieder an Land war und mich zum trocknen hingelegt hatte wurde ich mit einmal von einem ohrenbetäubenden Lärm aus dem Nickerchen gerissen und wie ich die Augen aufmache seh ich einen großen Jumbo-Jet direkt über uns drüber fliegen, sehr tief, und ich dachte schon, der landet gleich vor mir im Wasser. Tat er dann zum Glück doch nicht, aber das war Schockerlebnis Nummer 2 des heutigen Tages.

Auf der Heimfahrt – welche diesmal nicht „unten rum“ führte sondern durch die Insel durch, im wesentlichen so, wie an meinem ersten Tag – haben wir noch einen kurzen Supermarkt-Stop in Phönix gemacht und da es insgesamt dann doch schon relativ spät war, weil wir uns in Phönix dank Straßenbauarbeiten etwas verfahren hatten, und wir so den sich ankündigenden schönen Sonnenuntergang knapp verpassen würden, bogen wir in Tamarin ab und erlebten diesen also in der Tamarin-Bucht. An dem Strand waren auch sehr viele einheimische Familien und es wurde Musik gespielt und das Leben genossen (hier in Mauritius war heute übrigens ein offizieller Feiertag, ich habe aber noch nicht herausgefunden, was für einer genau). Und somit ging dann auch ein doch recht ereignisreicher Tag zu Ende.

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1 Kommentar

  1. Tanja said,

    August 31, 2010 um 9:10 am

    oi, viele Fotos… 😉
    Die Schildkröten haben ja eine richtig interessante Körpersprache, wie sie sich der kraulenden Hand entgegenrecken oder den Kopf auf die Beine legen. Süß 😉
    Die verschiedenen Bilder von Palmenblättern gefallen mir übrigens richtig gut. Da hast du in jedem Bild eine Perspektive und einen Ausschnitt gefunden, der richtig gut zur Palmenblattform passt.
    Die Krokodile sind wirklich beeindruckend, die Nahaufnahme vom Kopf und die Nahaufnahme von den eng zusammen liegenden Krokodilen. Mit so einem Gewiss wil ich wirklich keine engere Bekanntschaft machen… brr.
    Der Sonnenuntergang ist echt schön. Die Wolken waren wahrscheinlich ein bisschen zu niedrig, um zu leuchten. Hm, schade.Aber der Strand und die Leute am Strand und die Boote machen einen echt schönene Vordergrund.
    Ich hoffe, du hast die beiden Schock-Erlebnisse gut überstanden und nicht danach von übergroßen Spinnen geträumt, die mit wahnsinnigem Krach über dich rüberfliegen 😉


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