10. August

Heute sollte die erste Ausfahrt auf eigenem Boot stattfinden. Dass bedeutete allerdings nicht nur, dass wir 7:15 startklar sein mussten, sondern auch, dass 3 Benzinkanister, 7 Schwimmwesten, Secci-Scheibe, Black Box, Paddel, Leiter und unsere eigenen Rucksäcke zum Boot transportiert werden mussten. Der Strand ist zwar nur 2 Minuten Fußweg entfernt, wie fuhren das ganze Zeug aber dennoch mit dem Auto. Die nächste Herausforderung war es dann, das ganze Zeug ins Boot zu bekommen, denn es gibt hier nicht nur keine Rampen, um das Boot irgendwie aus dem Wasser zu holen, es gibt auch keinen „Hafen“ und somit keinen Steg oder so was. Also wadet einer – in unserem Fall unser Skipper Bruno – ins Wasser, holt das Boot von seinem Ankerplatz und zieht oder fährt es so nah an den Strand wie möglich. Dort wird dann alles eingeladen und los geht es.

Da hier in der Nähe die letzten Tage ein Antizyklon war, war es schon die ganze Zeit sehr windig, wodurch auch die Wellen nicht ganz so klein waren. Wenn dann der Skipper auch noch gerne schnell fährt lässt es sich nicht vermeiden, dass man nass wird. Wir fuhren auf der Suche nach Delphinen oder Walen erst Richtung Norden, da uns aber etwa bei Flic en Flac alle anderen Whale Watching Boote entgegen kamen, drehten auch wir um – da hier ja offensichtlich nichts war – und fuhren Richtung Süden. Lange Zeit sahen wir nichts außer Wasser und dann doch: Es bläst!!! Eine Buckelwalmama mit einem winzigen Kalb. Und der Schock für mich: nicht nur waren es viel zu viele Boote (ich glaube um die 10), sie hielten sich auch absolut nicht an irgendwelche – bis jetzt zugegebenermaßen noch nicht gesetzlich verankerten – Regeln; Mindestabstände gab es nicht, die arme Walkuh wurde regelrecht gejagt, das eine Boot saß ihr fast auf dem Rücken, es wurde ihr der Weg abgeschnitten etc. Es war wirklich schockierend.

Wir versuchten trotzdem Wissenschaft zu betreiben und haben Umweltfaktoren so gut es ging, das Verhalten sowie die Boote etc. notiert. Auch Fotos gehörten dazu, was nicht nur wegen der mittlerweile doch sehr rauen See schwer war, sondern auch, weil auf dem Boot unglaublich wenig Platz ist und bei 7 Leuten einfach immer irgendwer im Weg steht während man selber damit zu kämpfen hat a) nicht reinzufallen und b) niemanden mit seinem Objektiv zu erschlagen. Mal abgesehen davon, dass eigentlich ständig ein Boot im Weg war.

Nach einer Weile verließen wir Mutter und Kalb und machten uns auf die Suche nach Delphinen und fuhren deshalb noch weiter südlich, um Le Morne herum. Leider waren keine Delphine da, weshalb wir uns dann auch auf den Rückweg machten. Dabei trafen wir noch mal Buckelwalmama mit Kalb, diesmal mit weniger Booten, dafür aber ganz nah. Da die See aber immer rauer wurde, machten wir uns dann doch auf den Heimweg, um nicht komplett nass zu werden – guter Gedanke, leider hat er nicht geklappt, und weil es wegen der Wellen eben auch ein wenig dauern würde.

Kurz vor La Preneuse war dann der Petroltank alle, weshalb der noch nachgefüllt werden musste und schließlich kamen wir nass, salzig, etwas verfrohren aber insgesamt doch recht glücklich – immerhin hatten wir Wale gesehen – wieder am Strand an.

Im Haus angekommen wurden dann erstmal alle Geräte vom Salz befreit. Nach einer Dusche und der verdienten Mittagspause wurden dann am Nachmittag noch die Daten in den Computer eingetippt und einige alte Daten kontrolliert. Ansonsten verlief der Nachmittag ruhig und abends versuchten die anderen Star Trek (was blöderweise auf Französisch war) zu schauen, während ich mich mit zu großen Fotodateien und einem dafür zu langsamen Laptop rumgeärgert habe.

Achja, ich habe es tatsächlich geschafft, einen fliegenden Fisch zu fotografieren, wenn auch eher durch Zufall und komplett unscharf, leider.

3 Kommentare

  1. Tanja sagte,

    August 24, 2010 um 9:15 vormittags

    Der fliegende Fisch ist süß :) Ich finde, es hat auch was, dass das Wasser unter neben ihm scharf ist und man den Fisch erst auf den zweiten Blick sieht. Mir gefällt das Foto.
    Dass die Wale so bedrängt werden ist wirklich doof….

  2. Anke sagte,

    August 26, 2010 um 5:37 nachmittags

    Ich würde ja trotzdem gerne mal einen fliegenden Fisch so richtig gut fotografieren ;) Aber die Biester sind schnell und tauchen aus dem Nichts und ohne Vorwarnung auf…

    Ja, das mit dem Bedrängen, da muss unbedingt was gemacht werden. Mich erstaunt ja auch, dass das die Touris so gar nicht zu stören scheint…und dann….es sind halt Pauschal-Touristen die auf einer “Tropen-Insel” Urlaub machen…ich will ja keine Vorurteile haben, aber es scheint was drann zu sein

  3. Tanja sagte,

    August 31, 2010 um 9:27 vormittags

    Die Touris merkens wahrscheinlich gar nicht. Woher sollen sie auch wissen, was den Walen und Delphinen zu viel ist? Sie vertrauen sicher auf die Skipper und außerdem haben sie ja bezahlt um die Tiere zu sehen, von so nah wie möglich…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.