08. August

Nachdem gestern Faulpelz-Tag war haben wir uns für heute beim Bruder vom Taxi-Fahrer eine Minibus-Tour organisiert, um mal ein bisschen was von der Insel zu sehen. Los ging es mit einem Krater, zu dem wir eine ganze Weile quer durch die Insel fahren mussten. So hat man aber ein bisschen was vom „Leben“ und auch von der Landschaft mitbekommen. Am Krater angekommen viel als erstes negativ der extrem kalte Wind auf. An diesem Punkt haben wir gemerkt: Es ist doch noch Winter hier. Der Krater selber ist zugegebenermaßen nicht so super spannend gewesen, ich bin da aber wohl auch etwas Azoren-verwöhnt. Dafür hatte man einen echt super Ausblick auf die Insel und die Städte.

Weiter ging es dann zu einem Aussichtspunkt auf die „7 Wasserfälle“, welche in eine beeindruckende Schlucht münden. Danach sind wir vorbei am größten See Mauritius’ (der als Trinkwasserversorgung für die halbe Insel dient). Der Fahrer (ich habe leider den Namen vergessen) hat uns die ganze Zeit immer wieder mit allen möglichen Fakten versorgt und sich darüber „beschwert“, dass wir so wenig gesprächig waren – aber was soll man denn auf Fakten auch groß erwidern? Ich habe sie dennoch mit Interesse aufgenommen!

Wir sind dann durch die Hochebene (ist es eine? Keine Ahnung!) gefahren und hier hatte man durch die Wälder irgendwie das Gefühl, man könnte überall sein, nur nicht auf einer Insel mitten im Indischen Ozean. Es hat irgendwie so gar nicht „gepasst“. Wir haben uns dann eine große Hindu-Tempelanlage angeschaut und auch viel über die Bräuche erfahren. Z.B., dass die Glocke vor Betreten des Tempels geläutet wird, um den Göttern sozusagen anzukündigen, dass man kommt, so wie wenn man klopft, wenn man ein (fremdes) Haus betritt. Leider war es sehr sehr kalt, so dass wir nicht lange bleiben und uns alles genau anschauen wollten. Aber über den Affen, der die Opfer-Bananen stibitzt, sich dann mit ihnen in einen Baum verzogen und schließlich uns mit Bananenschalen beworfen hat, konnten wir uns dennoch amüsieren.

Weiter ging es und als nächstes stand der Alexandria-Wasserfall auf dem Programm. Außerdem hatte man von dem Punkt einen sehr schönen Blick auf die Südküste. Nur den Wasserfall mussten wir suchen, da der Blick sehr zugewachsen war. Der Anblick ist mit Sicherheit sehr atemberaubend, aber wir konnten ihn somit leider nur erahnen.
Danach sind wir dann zum „Black River Gorges“ – Aussichtspunkt gefahren. Das Black River Gorges ist ein wirklich beeindruckendes grünes Tal, was auf den Fotos nichtmal halb so beeindruckend wirkt, wie es ist. Und man hat am Ende des Tals einen Blick auf Flic en Flac.

Da die anderen dann Hunger hatten wurden wir zu einem Restaurant gefahren. Blöd nur, dass es wohl das teuerste Restaurant weit und breit war (ich vermute ja nach wie vor, dass das Tourunternehmen einen Vertrag mit dem hat ;) ) und so haben wir uns gerade mal eine Suppe „gegönnt“ (für umgerechnet 5,80€). Anschließend ging es dann noch zum Höhepunkt des Tages: „Chamarel“. Zuerst haben wir uns den Chamarel-Wasserfall angeschaut, der für den heutigen Tag definitiv der beeindruckendste war. Beeindruckend groß war aber auch die Fledermaus, die ganz photogen davor rumgeflogen ist, leider hatte ich nur mein Weitwinkel-Objektiv mit. Auch hatte es zwischendurch geregnet, was fürs Fotografieren ja auch nicht so super ist.
Danach ging es dann zu den „7 farbigen Erden“ (oder so, klingt auf Deutsch komisch) und ich muss sagen, es war wirklich das Highlight! Das kann man auf den Fotos nur erahnen. Es ist zwar nicht wirklich groß oder so, aber die Farben – wow! Und das ist alles natürlich. Und alles auf diesen winzigen Fleck. Schon klasse! Ich bin immer noch ganz sprachlos.
Achja, die Schildkröten waren auch süß.

Und dann ging es schließlich über einen weiteren Aussichtspunkt mit schönem Blick auf die Westküste (Le Morne, Shark Island oder so – „the place where you get the dolphins“, Black River) zurück nachhause. Und dieser Ausflug hat sich definitiv gelohnt!

4 Kommentare

  1. gisela Seelig sagte,

    August 11, 2010 um 12:15 nachmittags

    Liebe Anke, ich lese in deinem Tagebuch mit und entdecke dabei viel Interessantes. Ich wünsche dir weiterhin eine gute Zeit auf Mauritius und grüße dich vielmals. Oma Gisela

  2. Tanja sagte,

    August 24, 2010 um 9:09 vormittags

    Dieses Feld mit der bunten, hügeligen Erde ist wirklich beeindruckend. Weißt du irgendwas darüber, wie es entstanden ist?

  3. Anke sagte,

    August 26, 2010 um 5:59 nachmittags

    Das Schild am Eingang sagt dazu folgendes:

    “Farbige Erde:
    Dieses Naturphänomen ist das Modell des kompletten Auswaschens von Basalten. Das warme und feuchte Klima beschleunigt zusätzlich noch das Umwandeln von Basalt in Schiefer. Die Hydrolyse (Chemische Reaktion von Metallen mit Wasser) ist vollkommen abgeschlossen, alle löslichen Elemente, v.a. die Kieselsäuren, sind weggewaschen, es bleibt nur noch eine konzentrierte Zusammensetzung von Eisen und Aluminium. Die Eisenmischungen (Fe2O3) zeigen Anthrazit- und Rottöne, die Aluminiummischungen (Al2O3) variieren von Blau über Violettblau zu Grünblau.”

    Ich verstehe zwar nur die Hälfte, aber erklärt es dir das? Welche Frage mir noch offen ist, wie es zu den Strukturen/Mustern kommt.

  4. Tanja sagte,

    August 31, 2010 um 9:25 vormittags

    Hm, naja so ein bisschen erklärt es schon, auch wenn es fast so viele Fragen aufwirft, wie es beantwortet ;-)
    Was ich mich vor allem, fragte, ist warum es gerade dort so ein Feld gibt und woanders nicht, also welche Bedingungen dort anders sind, so dass es dort entstehen kann.
    Aber egal, wie es entstanden ist, es ist auf jeden Fall sehr beeindruckend.


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